Die richtige Reihenfolge spart Doppelarbeit. Wer zuerst Formulierungen glättet und später ganze Kapitel verschiebt, überarbeitet denselben Text mehrfach.

Das Grundprinzip: von groß nach klein

Beginne mit Entscheidungen, die viele andere Stellen beeinflussen. Ein veränderter Wendepunkt kann zehn Szenen betreffen. Ein besseres Verb betrifft nur einen Satz. Deshalb sollten strukturelle Fragen früher kommen als sprachliche.

Fünf sinnvolle Stufen

01

Gesamtstruktur und Plot

Prüfe Ziel, Konflikt, Kausalität, Wendepunkte und Ende. Vertiefung: Plot prüfen.

02

Figuren und Beziehungen

Prüfe Motivation, Entscheidungen, Entwicklung und Beziehungsdynamik. Vertiefung: Figuren prüfen.

03

Szenen und Kapitel

Prüfe Funktion, Ziel, Konflikt, Tempo und Reihenfolge. Vertiefung: Szenen überarbeiten.

04

Kontinuität und Informationsfluss

Stimmen Zeit, Wissen, Orte, Gegenstände und bereits festgelegte Fakten? Bei komplexen Projekten hilft eine Kontinuitätsprüfung.

05

Stil, Sprache und Form

Erst jetzt lohnt sich der Feinschliff von Rhythmus, Wiederholungen, Präzision und Lesbarkeit. Vertiefung: Stil und Sprache überarbeiten.

Nicht alles muss vollständig getrennt sein

Die Ebenen beeinflussen sich. Wenn du beim Plotten bemerkst, dass eine Figurenentscheidung unglaubwürdig ist, darfst du sie natürlich mitdenken. Entscheidend ist nur, nicht bei jedem Fund sofort in Detailarbeit abzurutschen.

Zum Abschluss: formale Prüfung

Rechtschreibung, Zeichensetzung, Tippfehler und finale Formatdetails gehören möglichst ans Ende, wenn der Wortlaut weitgehend stabil ist.

Den Gesamtüberblick findest du unter Roman überarbeiten.

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