Tiefe entsteht weniger durch Datenmenge als durch Motivation, Widerspruch und Konsequenz.

Typische Ursachen

  • Die Figur reagiert nur auf den Plot.
  • Sie will nichts Eigenes außerhalb der aktuellen Szene.
  • Ihre Werte kosten sie nie etwas.
  • Widersprüche werden behauptet, aber nicht sichtbar.
  • Beziehungen verändern ihr Verhalten nicht.
  • Ihre Entscheidungen haben keine Folgen.

Zeige Charakter durch Entscheidungen

Eine Figur gewinnt Tiefe, wenn zwei für sie wichtige Dinge miteinander kollidieren. Loyalität gegen Ehrgeiz. Sicherheit gegen Wahrheit. Liebe gegen Selbstschutz. Dann wird sichtbar, was sie priorisiert.

Prüfe außerdem, ob andere Figuren andere Seiten derselben Person hervorrufen. Niemand verhält sich gegenüber Chef, Geschwister, Feind und Kind völlig gleich.

Ein kleines Diagnosebeispiel

„Mara ist loyal, mutig und misstrauisch“ bleibt zunächst eine Beschreibung. Interessanter wird es, wenn sie erfährt, dass ihr engster Verbündeter gelogen hat und sie für die Wahrheit ausgerechnet einer Person vertrauen müsste, die sie verachtet.

Jetzt kollidieren Loyalität, Misstrauen und Ziel. Welche Entscheidung Mara trifft – und was sie dafür riskiert – macht die Eigenschaften erst erzählerisch sichtbar.

Schnellcheck

  • Was will die Figur konkret?
  • Was fürchtet sie zu verlieren?
  • Welche Grenze würde sie normalerweise nicht überschreiten?
  • Wann wird diese Grenze getestet?
  • Welche Beziehung bringt eine andere Seite hervor?
  • Welche Entscheidung verändert ihren weiteren Weg?

Für Grundlagen zur Figurenkonstruktion siehe Figuren entwickeln. Wenn die Figur nur eines von mehreren Problemen im Manuskript ist, starte bei Mein Roman funktioniert nicht. Für die gezielte Motivationsarbeit gibt es außerdem Figurenmotivation.

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TIEFER ARBEITEN

Romanretter

Wenn Figurenprobleme mit Plot, Spannung oder Struktur zusammenhängen, hilft eine übergreifende Diagnose.

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