Was soll ein Exposé leisten?
Ein Exposé erlaubt eine schnelle fachliche Einordnung. Es zeigt, ob Prämisse, Hauptkonflikt, Figurenentwicklung und Auflösung zusammenpassen. Deshalb darf es zentrale Wendungen und das Ende nicht aus dramaturgischer Rücksicht verschweigen.
Projektangaben zuerst klar machen
Typische Grundangaben sind Arbeitstitel oder Titel, Genre, Zielgruppe, Umfang beziehungsweise geplanter Umfang und der Status des Manuskripts. Bei einer Reihe sollte erkennbar sein, ob der eingereichte Band eigenständig lesbar ist und welche Rolle er innerhalb einer größeren Planung spielt.
Zusätzlich kann eine sehr knappe Prämisse helfen: Wer ist die zentrale Figur, was will sie, wodurch wird dieses Ziel schwierig und was steht auf dem Spiel?
Den vollständigen Handlungsverlauf verdichten
Die Handlungszusammenfassung sollte Ursache und Wirkung sichtbar machen. Eine Liste von Ereignissen wirkt schnell beliebig: „Dann geschieht A, danach B, danach C.“ Stärker ist eine Verdichtung, die Entscheidungen und Folgen zeigt: Weil die Figur A tut, verschärft sich B; dadurch muss sie C entscheiden.
Konzentriere dich auf den Hauptbogen. Nebenhandlungen gehören nur hinein, wenn sie für Hauptkonflikt, Figurenentwicklung oder Auflösung relevant sind. Das Ziel ist nicht, jedes Kapitel nachzuerzählen.
Welche Figuren müssen hinein?
Stelle die Figuren vor, die den zentralen Konflikt tragen oder entscheidend verändern. Name, Rolle, Motivation und Beziehung zum Hauptkonflikt sind meist wertvoller als äußere Detailkataloge. Zeige außerdem, wenn die innere Entwicklung einer Figur wesentlich für die Auflösung ist.
Exposé und Leseprobe erfüllen unterschiedliche Aufgaben
Das Exposé zeigt den gesamten Bauplan des Romans in verdichteter Form. Die Leseprobe zeigt die tatsächliche Ausführung: Stimme, Stil, Szenenführung, Dialog und Lesefluss. Ein gutes Exposé kann eine schwache Leseprobe nicht ersetzen – und umgekehrt.
Typische Exposé-Probleme
- Es klingt wie ein Klappentext und verschweigt den Schluss.
- Es beschreibt Atmosphäre, aber kaum Handlung.
- Zu viele Namen machen den Text schwer lesbar.
- Die Zusammenfassung reiht Ereignisse ohne Kausalität aneinander.
- Der Hauptkonflikt wird erst sehr spät deutlich.
- Projektangaben wie Genre oder Umfang fehlen.
- Die Vorgaben des Empfängers werden ignoriert.
Exposé-Schnellcheck
- Ist in wenigen Zeilen erkennbar, was für ein Roman vorliegt?
- Ist die Hauptfigur mit Ziel und Konflikt klar?
- Zeigt die Zusammenfassung zentrale Wendungen und Konsequenzen?
- Ist das Ende enthalten?
- Sind nur wirklich relevante Nebenfiguren und Nebenhandlungen erwähnt?
- Entspricht der Umfang den Vorgaben des Empfängers?
Für die gesamte Einsendung lies außerdem Verlag richtig anschreiben und für die Auswahl geeigneter Häuser Verlag finden.

TIEFER ARBEITEN
Buchfinish
Der Artikel erklärt die Funktion des Exposés. Der Band führt tiefer durch die Veröffentlichungsvorbereitung und die dafür benötigten Entscheidungen und Unterlagen.
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